I heart a sound 2011

Frank Ocean – Nostalgia, Ultra
Allein die Distribution: Per Tumblr und Filehoster direkt in mein Gehirn. Die ganze Musik voller Zitate inklusive dem Beweis, dass ich immer schon Coldplay-Fan war. Lieblinge: Strawberry Swing, Novacane.

Oneohtrix Point Never – Replica
Irgendwie auch prototypischer Pop: selbstgemacht und ruppig, aber auch weit, romantisch und schwärmerisch. Lieblinge: Andro, Nassau.

Roly Porter – Aftertime
Ambient gehört zu jedem ausgewogenen Hörverhalten. Macht nochmal ganz anders klar, was Musik mit Zeit macht. Hier zwischen Noise-Gebirgen und Streicher-Wolkenflug. Bonus: Alle Tracks sind nach Planeten aus dem Dune-Universum benannt. Gewinn. Liebling: Al Dhanab.

Jim Guthrie – Sword & Sworcery LP - The Ballad of the Space Babies
Überrschaungssieger aus dem Nichts: Soundtrack zum iOS-Spiel Sword & Sworcery. Tolle kleine Stimmungsstücke. Nicht einfach nur Imitate des 8/16-Bit-Sounds, sondern großartige Neufassungen mit Extra-Pathos für die Nostalgie. Lieblinge: Dark Flute, The Ballad Of The Space Babies.

Africa Hitech – 93 Million Miles
Für mehr Eklektizismus: Die Warp-Version aus Retrofuturismus, UK-Funky, Juke und afrikanischer elektronischer Musik. Lieblinge: Out In The Streets, Light The Way.

DJ Roc – The Crack Capone
Knochiger und roher, aber auch unheimlich souliger Juke. Sample, Drum machine und Rhytmus sind immer noch wahnsinnig mächtig. Lieblinge: Lost Without U, Take His Ass Out.

Machinedrum – Room(s)
Auf eine gute Art Coffee-table Juke. Nicht so Ghetto wie die Geschwister, dafür umso kleinteiliger, flüssiger und schwelgerischer. Lieblinge: Lay Me Down, Door(s).

Zomby – Dedication
Rechne ich Zomby hoch an, dass er anders als viele Kollegen (James Blake, Joker) kein Album mit ganz viel eingängigem Gesang gemacht hat. Stattdessen um so mehr herrliche Rave-Träumerein. Lieblinge: Digital Rain, A Devil Lay Here.

Fourcolor – As Pleat
Spizenmässige Kombination aus kühlem Digitalem und langsamen, warmen Gitarrensounds. Von diesem japaniscen Ambient-Säusel-Gesang kriege ich auch nie genug. Jazz aus einer guten Zukunft. Lieblinge: Skating Azure, Iris (Familiar).

CANT – Dreams Come True
Tatsächlich ein wenig eine Mischung aus Grizzly Bear und Twin Shadow. Nicht so toll wie die Eltern, aber auf eine super Art ungleichmässig und mit tollen Melodieverläufen. Lieblinge: The Edge, Bericht.

Die Liste entspricht ziemlich meiner Lastfm-Statistik von Ende 2011, die wiederum recht genau abbildet, was ich tatsächlich höre, ausgenommen Mixe, Radio, Clubs und Konzerte. Keine einzige Frau in der Liste. Erst so ab Platz zwanzig tauchen Gang Gang Dance, Julia Holter, Jenifa Mayanja, Ada und Sleep Over auf. 2012 sind The Internet, Grimes und Nite Jewel dazu gekommen. Nichtsdestotrotz: Popmusik und ich waren auch 2011 sexistisch.

16.02.12